Zigarren herstellen - eine Kunst für den Genuss


Tabak-General Komm.-Rat Heinz Schiendl: Nach einem guten Essen ist die Zigarre ein krönender Abschluss

Bei der Herstellung von Zigarren ist Handarbeit gefragt. Und wer an einer erlesenen Zigarre zieht, kann zu recht annehmen, dass er ein Unikat in Händen hält. Zum Geschmack: Hier spielen, wie etwa auch beim Wein, Anbaugebiet und Temperatur eine Rolle. Wenn die Blätter gepflückt sind - man unterscheidet milde Ligero-Blätter, Seco-Blätter mit der größten Konzentration an Geschmackstoffen und die bodennahen Volado-Blätter, die am ausgeprägtesten in Struktur und Geschmack sind -, werden sie nach Größe und Struktur sortiert und in Schuppen gleich auf den Feldern getrocknet. Die warme Luft verringert auf sanfte Weise den Feuchtigkeitsgehalt der grünen Blätter, die in der Folge gelb und dann braun werden. Durch die Lagerung bei bestimmten Temperaturen kann die Farbe der Blätter beeinflusst werden. Vom Trocknen kommen die kostbaren Blätter zur Verpackung, wo sie nach Größe und Farbe sortiert werden. Die nächste Station auf dem Weg zur Zigarre: Die Blätter werden gestapelt und durch "Fermentation", das natürliche Schwitzen, ändern sie ihr Aussehen und werden langsam dunkel. Je höher die Temperatur in den ein bis zwei Meter hohen Tabakblättern steigt, desto dunkler werden sie. Sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist, werden die Blätter gewendet - die oberen wandern nach unten, die unteren nach oben. Diese Prozedur ist bis zu sechsmal notwendig, damit der Tabak die richtige Farbe und Reife bekommt, das Verfahren dauert zwischen 20 und 60 Tage. Danach wird erneut sortiert: Die Deckblätter nach den Farben, dann wird jede Blattsorte sorgfältig gebündelt. Anschließend wird die Ware bis zu zwei oder drei Jahre gelagert. Bei der Produktion der Zigarre können immer wieder ältere mit neueren Blättern vermischt werden - ähnlich wie bei ganz edlen Cognacsorten. Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, den Geschmack einer bestimmten Zigarre gleich zu halten. Das Mischen verleiht der Zigarre auch den unverwechselbaren Charakter - eine Wissenschaft! Einlage, Umblatt und Deckblatt sind die Bestandteile der klassischen Zigarre, wobei das Deckblatt bis zu 60 Prozent des Aromas beisteuern kann. In Österreich kann der Zigarrenkonsument aus insgesamt rund 320 verschiedenen Zigarrenmarken wählen. Darunter befinden sich alle gängigen und bekannten internationalen Marken. Aus Fürstenfeld, der einzigen Zigarrenfabrik der Austria Tabak, kommen 75 verschiedene Marken, wie z.B. die "Wallstreet Double Corona", aber auch eine ganze Reihe erlesener Cigarillos.


 

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